index

progressive newsletter (germany)

<< back

reviewd by kristian selm

Mehr als vier Jahre lagen zwischen den letzten beiden Alben von Periferia Del Mondo, wobei das titellose dritte Werk immerhin seit Herbst letzten Jahres erhältlich ist. Doch irgendwie ging dieses Album in der allgemeinen Veröffentlichungsschwemme unter. Lag es nur daran, dass man dieses Mal auf bekannte Gäste (auf den ersten Alben waren auch immer Musiker von Banco zu hören) verzichtet, was sich aber immerhin auf Promotionebene ganz gut macht? Oder vergaß man einfach nur, die Werbetrommel entsprechend zu rühren?

Verstecken braucht sich die römische Band keineswegs, denn vor allem im ersten Teil des Albums weiß ihre unbeschwerte, mediterrane Mixtur aus Italo Prog und Jazz Rock zu gefallen. Mit Emotionen, aber ohne übertriebenen Pathos, vor allem jedoch mit spielerischem Können werden der Musik diverse magische Augenblicke entlockt. 70s Anleihen in den Sounds und den Arrangements werden mit südlicher Lebensfreude und Gelassenheit vermengt, dazu einen guten Schuss Jazz Rock und wieder offenbart sich, dass mit dem richtigen Esprit der angeblich totgesagte Progressive Rock – frei nach Frank Zappa – hin und wieder nur eigenartig riecht, aber noch immer am Leben ist.

Periferia Del Mondo haben sich zudem von der Fragmentierung des Vorgängers gelöst und geben ihren Ideen mehr Zeit zur Entfaltung bzw. verbinden einfach mehrere Themen in einem Song. Doch leider verliert die Band im zweiten Teil des Albums etwas den roten Faden, denn zum einen erreichen die Melodien nicht mehr die durchgreifende Klasse und Dramatik des ersten Teils des Albums, zum anderen greifen jetzt die unterschiedlichen Einflüsse aus Rock, Jazz, Folk und Progressive Rock nicht mehr so begeisternd ineinander, scheint der Band der Elan und Schwung vom Beginn abhanden gekommen zu sein. Als Bonustracks folgen dann noch zwei ordentliche Bar Jazz-ähnliche Nummern, die so gar nicht zum Rest des Albums passen wollen. Deswegen wurden sie wohl auch „Bonus“ tituliert.

Doch immer wieder blitzen eben diese wunderbaren südländischen Augenblicke auf, auch wenn man einfach nicht den Eindruck los wird, dass sich die  Band bisweilen leider einfach unter Wert verkauft und zu arg zurückhält. Alles in allem wirkt „Periferia Del Mondo“ wie eine gut sortierte Gemischtwarenhandlung, bei der man von jedem Erzeugnis mal etwas probieren darf. Zu mehr als 2/3 ist das Resultat ein Gaumenschmaus, das andere Drittel hinterlässt einen etwas faden Nachgeschmack. Als gute Italo Prog Scheibe neueren Datums geht dieses Album aber auf jeden Fall durch, das Niveau des sehr guten Vorgängers „Un milione di voci“ wird leider nicht erreicht.

Kristian Selm